Das Girokonto – “Jeder braucht eins”

Das Girokonto
Das Girokonto | fotolia.com

Wir alle brauchen ein Girokonto. Unsere Löhne und Gehälter werden vom Arbeitgeber darauf überwiesen und wir bezahlen unsere Rechnungen damit. Es ist aber nicht ganz einfach, dass richtige Girokonte zu finden, denn das Angebot auf dem Girokontomarkt ist groß.

Nachfolgend erhalten Sie eine Aufzählung relevanter Informationen auf die Sie, je nach Ihren Vorlieben, achten sollten.

Kostenfreies Girokonto

Die meisten Banken verlangen monatliche Kontoführungsgebühren zwischen 3,50 Euro und 20,00 Euro. Einige Banken bieten aber auch die kostenfreie Führung des Girokontos an. Normalerweise müssen Sie hierbei Abstriche im Service machen aber wem ein reiner Online Zugang genügt, für den stellen Direktkonten eine interessante und preiswerte Alternative dar.

Bei einigen Banken ist das kostenfreie Girokonto an Bedingungen gebunden, wie etwa ein gewisser monatlicher Mindestgeldeingang. Achten Sie darauf, dass Ihr Konto so wenig wie möglich kostet. Bei der Wahl des richtigen Konto lassen sich jährlich schnell weit mehr mehr als 100,00 Euro sparen.

Daueraufträge und Überweisungen

Bei einigen Banken fallen für Überweisungen, Daueraufträgen oder sogar für jedwede Kontobewegung zusätzliche Gebühren an. Die letztendlichen Kosten werden dadurch für Sie als Kunden nur schwer kalkulierbar.

Kosten für eine Girocard

Manche Banken verlangen eine Jahresgebühr für die Nutzung der Girocard. Auch die Kosten für eine Zweit- oder Partnerkarte sollten Sie nicht außer Acht lassen.

Dispositionskredit (Dispo)

Wenn Sie über ein regelmäßiges kreditwürdiges Einkommen verfügen, wird Ihnen Ihre Bank in aller Regel einen Dispositionskredit einräumen. Dieser kostet Sie nur im Falle der Inanspruchnahme etwas, indem Sie Tag genau Zinsen für die Inanspruchnahme der Kreditlinie an die Bank zahlen.

Diese Disposzinsen unterscheiden sich jedoch erheblich, weshalb sich hierbei ein Vergleich wirklich lohnt. Wer öfters oder gar permanent im Dispositionskredit liegt, der sollte unbedingt auf einen niedrigen Dispo achten. Alternativ könnten Sie einen normaleren Kredit aufnehmen und damit den Dispositionskredit ablösen. Hierbei sind einige Ersparnisse für Sie drin. Nutzen Sie den von der Bank eingeräumten Dispositionskredit nur, wenn es unbedingt nötig ist.

Eine ausreichende Anzahl an Geldautomaten

Natürlich können Sie mit Ihrer Girokontokarte an fast jedem Geldautomaten Geld abheben. Machen Sie dies jedoch an Automaten, die nicht Ihrer Bank angehören, kostet dies viel Geld. In aller Regel fallen mindestens 5 Euro für jede Abhebung an. Das kann auf Dauer schon sehr teuer werden.

So unterhalten etwa die Sparkassen, die Volks- und Raiffeisen Banken und die Cash Group (Deutsche Bank, Postbank, Commerzbank, Norisbank) ein eigenes gut ausgebautes Automatennetz. Außerdem ist es sehr mühselig, wenn Sie einen weiten Weg bis zum nächsten passenden Geldautomaten haben oder ständig auf der Suche nach einem Solchen sind. Informieren Sie sich also vorher, welche Bankautomaten Sie kostenfrei nutzen können.

Ein ausreichendes Filialnetz

Wenn Sie großen Wert auf direkte Ansprechpartner und persönlichen Service legen, dann sollten Sie eine Bank mit großem Filialnetz bevorzugen. Diese kosten in aller Regel etwas mehr als etwa Online-Banken aber Service muss nun mal bezahlt werden.

Praxistipp: Eröffnen Sie neben Ihrem Girokonto auch eine Tagesgeldkonto und belassen Sie nur soviel Geld auf dem Girokonto wie Sie monatlich benötigen. Die Differenz sollten Sie auf Ihr Tagesgeldkonto verschieben. So erhalten Sie wenigstens noch ein paar Euro Zinsen. Das Tagesgeldkonto muss nicht zwangsläufig bei der selben Bank eröffnet werden. Achten Sie auf die Verzinsung.

Kündigung

Sie können Ihr Girokonto jederzeit ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist kündigen. Bitten Sie gleichzeitig um Übersendung einer Kündigungsbestätigung. Achten Sie darauf, dass Sie Ihr Konto ausgleichen, sofern Sie sich im Dispositionskredit befinden. Gerne können Sie hierfür unser Musterkündigungsschreiben benutzen.

Girokontowechsel

Scheuen Sie sich nicht vor einen Girokontowechesel. Seit dem 18.09.2016 sind Banken auf Grund des Zahlungskontengesetzes dazu verpflichtet dem Kunden bei einem Anbieterwechsel zu unterstützen, indem Sie die Transaktionsdaten der letzten 13 Monate an die neue Bank elektronisch übertragen.

Die neue Bank kann somit wie zuvor Daueraufträge einrichten und bei Lastschriften die Vertragspartner seines Kunden über die Kontoänderung informieren. Erfolgt dies nicht rechtzeitig oder gar fehlerhaft, so haften die Banken sogar dafür.
Es erscheint durchaus sinnvoll, während der Wechselphase, sowohl das neue als auch das alte Girokonto weiter zu führen.

Die Kontoeröffnung

Wenn Sie ein neues Konto eröffnen wollen, so haben Sie im Prinzip zwei Möglchkeiten. Diese hängen allein davon ab, ob Sie Ihre Konto bei einer Fillialbank oder bei einer Direktbank eröffnen möchten.

Kontoeröffnung bei einer Filialbank

Machen Sie sich einen Termin zur Kontoeröffnung bei der Bank Ihrer Wahl. Nehmen Sie Ihren gültigen Personalausweis oder Ihren Reisepass mit zum Termin. Der Mitarbeiter füllt mit Ihnen gemeinsam eine Antrag auf Kontoeröffnung aus, den Sie unterschreiben müssen.

In diesem Termin sollten Sie alle offenen Fragen abklären. In aller Regel können Sie Ihre neue Kontonummer/ IBAN direkt mitnehmen. Alle weiteren Unterlagen wie z.B. Girokarten, PIN, Unterlagen zum Online-Banking etc. werden innerhalb einiger Werktage nach Hause übersandt.

Kontoeröffnung bei einer Direktbank

Hierbei können Sie den Antrag auf Kontoeröffnung online ausfüllen. Alternativ können Sie die notwendigen Antragsunterlagen auch schriftlich oder fernmündlich anfordern. Gleichzeitig stellt Ihnen die Bank ein PostIdent-Coupon zur Verfügung. Mit dem Coupon, dem unterschriebenen Antrag und Ihrem Personalausweis oder Reisepass suchen Sie eine Postfiliale auf.

Die Mitarbeiter der Post überprüfen Ihre Identität, beglaubigen Ihre Unterschrift und übersenden die Informationen an die Bank. Nach Prüfung Ihrer Daten werden Ihnen alle Informationen wie z.B. Girokarten, PIN, Unterlagen zum Online-Banking nach Hause übersandt.

21.11.2016